Das angebliche 100 Millionen Dollar Geschäft mit dem Iran
Nach einjähriger Überprüfung und Genehmigung von drei zum Verkauf stehenden Gasverflüssigungsanlagen an den Iran stand einem Abschluss des Geschäfts Ende Juli eigentlich nichts mehr im Wege. Israel kritisierte das angebliche Geschäft und suchte das Gespräch mit der deutschen Regierung. Weil die Anlagen nicht genehmigungspflichtig und damit frei für den Export sind, stellt der Handel aus deutscher Sicht kein Problem dar. Israel wirft Deutschland vor,gegen den Geist der UN-Sanktionen gegen Teheran zu verstoßen.
Der aus Siegen stammende Anlagenbauer Steiner-Prematechnik-Gastec hatte einen Antrag auf Exportgenehmigung gestellt. Wie eingangs erwähnt kam nach zwölf Monaten die Genehmigung, Weil die Anlage in Deutschland gebaut worden sei und erst dann in den Iran verfrachtet werden soll, verletzt das Geschäft keine gegen Iran bestehenden Sanktionsvorschriften. Das sich stets vom Iran bedroht fühlende Israel zeigte sich Enttäuscht ob der deutschen Exportgenehmigung. Deutschland würde so die Bestrebungen der Verschärfungen der Sanktionen gegen den Iran untergraben. Auf deutscher Seite verteidigt man sich. Da man nicht zu dem Schluss gekommen sei, dass Verdacht auf militärische Endverwendung bestehe, musste man die den Export sogar rechtlich gesehen genehmigen.
Erdgasverflüssigungsanlage
Ergas als Konkurrenz zu Erdöl erfreut sich nicht nur wegen seiner vergleichsweise geringen CO2-Emissionen zunehmender Beliebtheit. Topographische Hindernisse wie Berge und Tiefsee erschweren den Einsatz von Pipelines oder machen ihn gar unmöglich. Praktischerwiese schrumpft das Gasvolumen bei der Umwandlung auf ein Sechshundertstel seiner urprünglichen Größe zusammen und kann dann per Tanker oder Laster zum Bestimmungsgebiet transportiert werden. Technisch gesehen wird gereinigtes Erdgas in Grundlastanlagen mittels Tieftemperatur-Wärmetauschern verflüssigt. Im Zielgebiet wird das Flüssiggas auf Lieferdruck gepumpt, verdampft und in seinen vorherigen Zustand zurück versetzt.